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Kurzinterview
„Zeitlich und räumlich maximal flexibel“

Prof. Ulrike Röttger erläutert die Bedeutung und Zukunft von Kundenzeitschriften für Unternehmen.


Ulrike Röttger arbeitet als Professorin für Kommunikationswissenschaft und Public-Relations-Forschung an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Außerdem ist sie stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK). Sie stand uns für ein Kurzinterview zur Verfügung.

 

Frau Röttger, welche Funktionen können Kundenzeitschriften für die externe Kommunikation übernehmen?


Röttger: Kundenzeitschriften ermöglichen es Unternehmen, ihre Kunden direkt, umfassend und zielgerichtet zu informieren. Im Vergleich zur Werbung genießen Kundenzeitschriften eine relativ hohe Glaubwürdigkeit und sind daher hervorragend zum Aufbau und zur Stabilisierung des Unternehmensimages beziehungsweise eines Markenbildes und zur Kundenbindung ganz allgemein geeignet.

Welche Ansprüche sollte ein Unternehmen an die Produktion der eigenen Zeitschrift haben?


Röttger: Eine Kundenzeitschrift steht bei den Rezipienten in Konkurrenz mit zahlreichen anderen – professionell gestalteten – Zeitschriften. Kundenzeitschriften können sich in dieser Überangebotssituation nur behaupten, wenn sie das professionelle journalistische Niveau der Publikumspresse inhaltlich und gestalterisch erfüllen und den Leserinnen und Lesern zusätzlich durch ihr Themenangebot und ihre Themenaufbereitung einen Mehrwert bieten. Es geht also um relevante und glaubwürdige Informationen einerseits, sicher aber auch um gute Unterhaltung andererseits und dies alles selbstverständlich professionell aufbereitet.

Sehen Sie für gedruckte Kundenzeitschriften eine Zukunft neben digitalen Medien?


Röttger: Ja, auf jeden Fall. Ohne jede Frage werden digitale Medien auch in der Kundenkommunikation an Bedeutung gewinnen, dies führt aber sicher nicht dazu, dass klassische Print-Kundenzeitschriften komplett verdrängt werden oder zukünftig nur noch ein Nischendasein fristen werden. Gedruckte Medien können zum Beispiel eine andere Wertigkeit vermitteln, sind zeitlich und räumlich maximal flexibel einsetzbar und sie können damit auch Menschen erreichen, die nicht online sind oder zum Beispiel in ihrer Freizeit bewusst nicht sein wollen. Sicher werden in Zukunft aber Online- und Offline-Angebote zunehmend vernetzt gedacht und produziert werden.

 

Die Fragen stellte Michael Milewski.