Mit einem kleinen Seitenblick auf die einen Tag später angesetzte
Verleihung der Meisterschale an den BVB zeichnete der EX e.V. beim
Institutstag am 4. Mai 2012 seine Will-Schaber-Preisträger 2012 aus. Zwar seien
die Preise nicht ganz so wertvoll wie die DFB-Schale, man hoffe aber
trotzdem auf vergleichbare Begeisterung. Der Vorstand des EX e.V. sei
jedenfalls begeistert gewesen angesichts der „Vollgas-Wissenschaft“, die
die Teilnehmer abgeliefert hätten, betonte Dipl.-Journalist Armin Hingst,
Vorsitzender der Alumnivereinigung und Geschäftsführer der Gestaltmanufaktur. Er sprach stellvertretend für die Jury aus
Dipl.-Journalistin Angelika Mikus, Professor Dr. Frank Lobigs und ihm.
Obwohl der
Preis erst spät ausgelobt, mithin also das Spiel erst spät angepfiffen
wurde, hatten sich doppelt so viele Bewerber gemeldet – sicher auch
deshalb, weil es 2012 erstmals drei Preise gab.
• Platz eins ging
an Christina Merkels Diplomarbeit „Mein Nachbar, der Experte. Wie
regional muss Wissenschaftsjournalismus in der Regionalzeitung sein?“
(Zusammenfassung als PDF). Der erste Platz ist mit 500 Euro Preisgeld dotiert, für eine eventuelle
Veröffentlichung gibt es einen Druckkostenzuschuss von bis zu 1.000 Euro. Und wenn die Arbeit auf einer der wissenschaftlichen Tagungen
vorgestellt werden soll, übernimmt die Alumnivereinigung auch
Reisekosten von bis zu 500 Euro. Die Juroren zeigten sich von der
Praxisbezogenheit der Arbeit überzeugt, die sich einem Bereich widmet,
der im praktischen Journalismus fast jeden Tag vorkommt, in der
Journalistik aber eher ein Randthema ist. Merkel hat nicht nur
nachgeprüft, wie Wissenschaftsjournalismus in einer Regionalzeitung
aussieht, sondern vor allem auch untersucht, was die Leser denn so wünschen.
Das ist nicht immer genau das, was sich die Redaktionen vorstellen.
Zudem gelang es Merkel, den Verlag dazu zu bewegen, 3.000 repräsentativ
ausgewählte Abonnenten anzuschreiben – und dabei auch eine sehr hohe
Rücklaufquote zu erzielen.
• Platz zwei ging an Hanna Zimmermann
für die Bachelor-Arbeit „Genres im Fernsehjournalismus. Vorschläge zu
einer fernsehspezifischen Genre-Theorie anhand einer Untersuchung des
ZDF-Mittagsmagazins“ (Zusammenfassung als PDF). Für die Juroren eine „wissenschaftlich solide und
sehr praxisnahe Arbeit“ zum Handwerkszeug des Journalisten, die
eigentlich sogar über eine Bachelorarbeit hinausgehe. Zimmermann kommt
in ihrer Arbeit zu dem Schluss, dass im TV die aus dem Printbereich
übertragenen Darstellungsformen kaum weiterhelfen, sie sieht hier
Nachholbedarf. Der zweite Platz ist mit 300 Euro Preisgeld verbunden,
darüber hinaus gibt es für eine Veröffentlichung bis zu 500 Euro
Druckkostenzuschuss.
• Den dritten Platz errang die Arbeit von
Linda Matthey mit dem Titel „Süchtig nach Arbeit - wenn der Kopf nie
Redaktionsschluss hat. Eine empirische Untersuchung zu Ausmaß,
Erscheinungsweisen und Ursachen von Arbeitssucht bei Journalisten“
(Zusammenfassung als PDF). Hier
belohnte die Jury den ungewöhnlichen berufsreflektorischen Ansatz, die
Vorgehensweise und die Praxisrelevanz der Arbeit. Sie zeigt unter
anderem, dass vor allem jüngere Kollegen gefährdet sind. Immerhin liegt
es aber offenbar weniger an den Journalisten selbst als an den
Arbeitsbedingungen, dass sich Suchtgefährdungen ausbilden. Auch der
dritte Platz ist mit einem Druckkostenzuschuss von 500 Euro verbunden,
das Preisgeld liegt bei 200 Euro. (mil)
Weiterführende Links:
• Institut für Journalistik an der TU Dortmund
• Alumnivereinigung EX e.V.